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Die Zugabe des Halogens Brom oder Iod steigert die Lebensdauer auf 2.000 bis 4.000 Stunden, bei einer Betriebstemperatur von ca. 3.000 K. Die Halogenglühlampen erreichen eine Lichtausbeute von ca. 25 Lumen pro Watt, zum vergleich mit herkömmlicher Glühlampe ca. 15 lm/W und Energiesparlampe 60 lm/W. Das Iod reagiert mit den vom Glühdraht verdampften Wolframatomen und stabilisiert eine wolframhaltige Atmosphäre. Der Prozess ist reversibel: Bei hohen Temperaturen zerfällt die Verbindung durch Pyrolyse wieder in ihre Elemente. Wolframatome kondensieren auf oder in der Nähe der Glühwendel. Kleine Temperaturdifferenzen entlang der Wendel spielen für die Zersetzung nur eine untergeordnete Rolle. Dass sich Wolfram ausschließlich an den dünnen überhitzten Bereichen der Wendel niederschlagen würde, ist falsch. Ein Nebeneffekt dieser Überlegung hätte darin bestanden, dass sich der Glühfaden an den dünnsten Stellen von selbst repariere. Aber in Wirklichkeit findet die Kondensation von Wolframatomen jedoch nur an den kältesten Stellen der Wendel statt, so dass Whisker entstehen. Das Prinzip ist der chemische Transport, der sich in ähnlicher Weise auch beim Van-Arkel-de-Boer-Verfahren wieder findet. Der Halogenzusatz verhindert bei einer Glastemperatur von mehr als 250 °C den Niederschlag von Wolfram auf dem Glaskolben. Aufgrund der wegfallenden Kolbenschwärzung kann der Glaskolben einer Halogenlampe sehr kompakt gefertigt werden.
Das kleine Volumen ermöglicht einen höheren Betriebsdruck, der wiederum die Abdampfrate des Glühdrahtes vermindert. Da durch ergibt sich der lebensverlängernde Effekt bei Halogenlampen. Allerdings wird der lebensverlängernde Effekt durch Dimmung der Halogenleuchte vermindert, da die hierfür notwendige Temperatur nicht mehr erreicht wird. Das kleine Volumen ermöglicht die Befüllung mit schweren Edelgasen zu vertretbaren Kosten. Die erforderliche hohe Glaskolbentemperatur erzwingt eine kleine Bauform, um die Wärmeabgabe an die Umgebungsluft zu reduzieren, und den Einsatz von Kieselglas (Quarzglas), das der hohen Temperatur standhält. Verunreinigungen auf dem Kolben, z.B. Fingerabdrücke, verkohlen im Betrieb und führen zu lokalen Temperaturerhöhungen, die zum Platzen des Glaskolbens führen können. Zurückbleibende Salze können auch als Kristallisationskeime zur Entglasung beitragen und so Schäden verursachen. Aufgrund der hohen Wärmestrahlung und der hohen Lebensdauer werden Halogen-Glühlampen u. a. auch zum Verdampfen von Wirkstoffen in Vaporizern, zum Heizen der Fixierwalzen in elektrostatischen Kopiergeräten, Laserdruckern und in Thermokopiergeräten sowie bei Herdplatten und in der Halbleiterprozesstechnik (RTA) eingesetzt.
Eine neuere Entwicklung sind die IRC-Halogenlampen (IRC - Infra Red Coating, Infrarotbeschichtung). Diese Lampen haben eine spezielle Beschichtung des Glaskolbens, die Licht passieren lässt, aber Wärmestrahlung zurück reflektiert. Der Wärmeverlust wird vermindert und die Lichtausbeute erhöht. Nach Angaben von Osram kann so der Energieverbrauch gegenüber Standard-Halogenlampen um bis zu 45 % vermindert und die Lebensdauer verdoppelt werden. Sie erreichen zwar nicht die Effizienz einer Energiesparlampe, haben aber den Vorteil, dass sie als direkter Ersatz für Standard Halogenlampen eingesetzt werden können. Sie haben außerdem die spektral kontinuierliche, vom Menschen als angenehm empfundene, Lichtqualität.